Humangeographische Methoden

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Wie in jedem Studienfach gibt es auch in der Humangeographische spezifische Methoden zur Erforschung der organisierten Räumlichkeit von Menschen. Im Wesentlichen sind diese Methoden denen der empirischen Sozialwissenschaft und der Politikwissenschaft sehr ähnlich. Jedoch gibt es gerade in der Geographie, die ja die Erdoberfläche beschreibt, auch die Möglichkeit Karten und Geographische Informationssysteme zur Beschreibung und zur Untersuchung von Forschungsfragen zu verwenden.

Welche neuen Methoden ich im Master kennen gelernt habe

  • Entwicklung von Forschungshypothesen / (komplexe) Analyse von Datenstrukturen mit SPSS
  • Analyse regionaler Entwicklungen und Trends (Shift-Share-Analysen, Portfolio-Analysen, Spezialisierungskoeffizienten, Standortquotienten)
  • Analyse räumliche Daten mittels Geographischer Informationsssysteme (GIS)
  • Datenrecherche und Datenaufbereitung
  • Vertiefte Beschäftigung mit qualitativer Sozialforschung (Grounded Theory)

Methodisch konnte ich im Masterstudium meine Methodenkenntnisse aus dem Bachelorstudium vertiefen. Zugleich habe ich auch neue räumliche Analysemethoden kennen gelernt.

Auswertungsmethoden im Bereich Regionalforschung | SPSS

So habe ich mit meinen KomilitonInnen anhand von SOEP-Daten untersucht, ob sich ein Zusammenhang zwischen Einkommen und „Glücklich sein“ aufzeigen lässt und auf welche Faktoren sich dieses zurückführen lässt. Hierfür haben wir Kreuztabellen, Regressionen und Korrelationen berechnet.

Auf der räumlichen Ebene haben ich gelernt Raumeinheiten mithilfe bestimmter Indikatoren (Spezialisierungskoeffizienten, Standortquotienten) sowie durch Portfolio- und Shift-Share-Analysen zu untersuchen und deren Wirtschaftskraft zu bewerten. Dieses habe ich am Beispiel von Mannheim und dem Rhein-Neckar-Kreis praktisch für die Jahre 2007-2011 angewendet.

Ich konnte dadurch meine Excel-Kenntnisse und meine Fähigkeiten im Umgang mit SPSS weiter vertiefen und habe zudem gelernt räumliche Einheiten zu untersuchen und in Bezug zu anderen räumlichen Einheiten zu setzen. 

Qualitative Sozialforschung | Grounded Theory

Meine Kenntnisse im Bereich der qualitativen Sozialforschung, in denen ich mich bereits durch mein Soziologie-Studium gut auskannte, habe ich durch den Besuch eines Seminares im Bereich der qualitativer Sozialforschung vertieft und mich hier detailliert mit der Grounded Theory auseinandergesetzt. Dabei habe ich auch weitere qualitative Forschungsansätze (zum Beispiel Symbolischer Interaktionismus) kennen gelernt.

Die Grounded Theory ist eine wissenschaftliche Methode und Theorie zugleich. Sie geht von einem Forschungsparadigma aus, dass gegenstandsgeleitet ist. D. h. die Auswertung von qualitativem Datenmaterial erfolgt aus dem Material selbst und die Theoriebildung über ein Thema geschieht erst in der Auseinandersetzung mit dem Datenmaterial. Kurz gesagt: Man macht erst mal und schaut dann was rauskommt. Dieses ist vor allem bei Studien sinnvoll, die eher einen erkundenden, d. h. explorativen Charakter haben und man sich erst mal einen Überblick über ein Themenfeld verschaffen will. Im Anschluss daran können quantitative Studien durchgeführt werden.

Geografische Informationssysteme (GIS)

GIS sind Systeme, die räumliche Daten mit Informationen verbinden und dadurch räumliche Auswertungen ermöglichen. So können in einem GIS beispielsweise Informationen über die Anzahl der Fahrzeuge pro Stunde einer Straße erfasst und ausgewertet werden. Dieses findet zum Beispiel Anwendung im Bereich der mobilen Navigationssysteme (und hilft bei der Stau-Umfahrung). Ferner können mit GIS statistische Daten mit Geodaten kombiniert werden, sodass kartographische Auswertungen und auch statistische Auswertungen für räumliche Einheiten einfach möglich werden.

Zugleich bieten GIS aber auch die Möglichkeit räumliche Analysen durchzuführen. Beispielsweise kann ein Standort aufgrund bestimmter Kriterien ausgewählt werden oder eine Standortanalyse (zum Beispiel Infrastruktur) vorgenommen werden. Insofern sind GIS interessant um räumliche Entwicklungen zu visualieren und Tendenzen sichtbar zu machen. Durch den Einsatz von WEB-GIS können diese Informationen auch interaktiv (zum Beispiel bei Google Maps) sichtbar gemacht werden.


 

Besuchte Veranstaltungen / Referate / Hausarbeiten zum Thema

Methodenkompetenz in der Humangeographie (Seminar)
| Hausarbeit: Das sozioökonomische Panel: Einkommen und Zufriedenheit
| Hausarbeit: Die wirtschaftliche Entwicklung des Rhein-Neckar-Kreises und des Stadtkreises Mannheim.

Theorie und Praxis qualitativer Sozialforschung (Seminar)
| Hausarbeit und Referat: Grounded Theory

Geographische Informationssysteme I + II (Vorlesung und Übung)
| Analyse raumbezogener Daten unter geografischen Fragestellungen

 

 

 

 

 

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