Demografischer Wandel | Arbeitsmarkt | Gesellschaft

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Im Studium habe ich mich sehr viel mit dem demografischen Wandel und seinen Auswirkungen auseinandergesetzt. Da der demografische Wandel kein ausschließlich deutsches Problem ist, sondern auch in vielen anderen Industrieländern auftritt, ist er ebenso auch von globaler Bedeutung.

Fähigkeiten die ich in Auseinandersetzung mit diesem Themenbereich erlernt habe:

  • Praktisches Präsentieren / Erstellung von Präsentationen / Verfassen von Texten
  • Ein gesellschaftliches Problem (Politikfeld Demografie) analysieren,
  • dessen Hintergründe (historisch und gesellschaftlich) aufzubereiten
  • und im gegenwärtigen Kontext kritisch zu hinterfragen
  • Erarbeitung eines Themenkomplexes / Informationsrecherche
  • Chancen und Risiken eines Problems abwägen und zu einem Fazit zu kommen
  • Neues Wissen über Demografie, Veränderungen der Gesellschaft und die Wechselwirkung zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Teilbereichen

Betrachtet man den demografischen Wandel im Allgemeinen, so stellt man fest, dass mit diesem eine Vielzahl unterschiedlicher gesellschaftlicher Bereiche verknüpft wird. Dieses sind (in Deutschland) vor allem die Veränderungen und Herausforderungen der sozialen Sicherungssysteme, die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt und der daraus resultierende Fachkräftemangel, ferner ergeben sich aus dem demografischen Wandel auch Probleme für das Zusammenleben in Städten und die soziale Ungleichheit.

Während dem Studium habe ich mich thematisch insbesondere mit den Fragen nach dem Fachrkräftemangel und den allgemeinen Entwicklungen und Veränderungen durch den demografischen Wandel beschäftigt.

 

Fachkräftemangel und demografischer Wandel

Betrachtet man die gesellschaftliche Entwicklung von den letzten Jahrhunderten in die Gegenwart, so hat sich die Gesellschaft zu einer Wissensgesellschaft gewandelt. Nicht mehr bestimmte körperliche Fähigkeiten sind von Bedeutung, sondern vielmehr geht es darum Wissen einzusetzen, um neue Produkte zu entwickeln und neue Ideen zu schaffen. Dies führt zur Wissensarbeit, die „explizit auf das Hervorbringen von Neuem […] und damit auf Innovationen“ (Funken et al. 2011:16) zielt. In der Folge ist Wissensarbeit kaum planbar und Arbeitskräfte benötigen besondere Fähigkeiten im Umgang mit Wissen, um auf neue Probleme angemessen zu reagieren und Lösungen zu finden.

Diese Entwicklung zeigt sich auch im sektoralen Wandel, der den Übergang von der Präindustriellen Gesellschaften zu Postindustriellen Gesellschaften beschreibt. Das heißt, die noch in derLandwirtschaft gebundene Arbeitskraft wird durch die Industrialisierung frei und kann in Fabriken und dgl. eingesetzt werden. Durch den Übergang zur Postindustriellen Wissensgesellschaft, wird ebenso die Arbeitskraft aus der Industrie freigesetzt und geht in den Wissens- und Dienstleistungssektor über. Der Tertiäre Sektor und Quartäre Sektor gewinnen dadurch an erheblicher Bedeutung und das Individuum rückt in den Mittelpunkt der Arbeitswelt.

In aller Kürze: Der Mensch ist nicht mehr austauschbar (z. B. Arbeit am Fließband), sondern wird aufgrund seines Wissens und seiner Erfahrungen als Arbeitskraft interessant und individuell.

Durch die Intransparenz am Arbeitsmarkt kommt es häufig dazu, dass Arbeitskräfte zu suboptimalen Jobs geführt werden und nicht alle offenen Stellen optimal besetzt werden. Dies führt dazu, dass es zu Fachkräfteengpässen und zu einem Fachkräftemangel kommen kann. Durch den demografischen Wandel fehlen dem Arbeitsmarkt jedoch auf lange Sicht Arbeitskräfte und die Intransparenz wird zusätzlich verschärft.

Der demografische Wandel wird den Altersaufbau in Deutschland in erheblichem Maße verändern (vgl. Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2011: 24). Der Anteil der Älteren über 65 wird zunehmen und dadurch auch das zur Verfügung stehende Arbeitskraftpotential nachhaltig verschieben. Mehr Alter stehen immer weniger Jungen gegenüber. Dies führt zu steigenden Ausgaben für die Sozialssysteme, aber zugleich auch zu einer sich verändernden Demokratie. Allerding ist die Frage nach den Konsequenzen des demografischen Wandels sehr kritisch zu betrachten und oftmals auch „Kaffeesatzleserei“ (vgl. Bosbach 2004,2006). Die prognostizierten Veränderungen und Herausforderungen des demografischen Wandel können, müssen aber nicht in dem von den Medien oftmals dargestellten Ausmaß auftreten. Hier gilt es kritisch alle Faktoren und Zahlen zu durchleuten und zu betrachten. Aber mit dem demografischen Wandel sind zugleich Chancen und Herausforderungen verbunden, die zu einer Veränderung der Sozialstruktur Deutschlands führen können.

Die Herausforderungen zeigen sich vor allem im Rückgang der Bevölkerung um 12 – 23 Millionen Personen, den steigenden Kosten für die Sozialsysteme und möglicherweise auch in einer sinkenden Lebensqualität. Für Unternehmen kann dieses jedoch auch bedeuten, dass Arbeitsplätze verloren gehen und Unternehmen weniger in die Zukunft investieren.

Die Chancen bestehen aber auch darin, dass es zu einer sinkenden Arbeitslosigkeit und einer stärkeren Integration von Älteren und Frauen auf den Arbeitsmarkt kommen kann. Zugleich besteht die Möglichkeit neuer Arbeitsmodelle und auch Chancen für Personen mit niedrigen Schulabschlüssen. Um diese Chancen zu ergreifen, bedarf es vor allem einer Erhöhung qualifizierter Arbeitskräfte, einer Erhöhung der Wertschöpfung und der integrierten Zusammenarbeit von Wirtschaft, Politk und örtlicher Verwaltung.

 


Besuchte Veranstaltungen / Referate / Hausarbeiten zum Thema:

Demografischer Wandel: Auswirkungen, Chancen und Risiken für Politikfelder in Deutschland (Blockseminar)
| Hausarbeit: Der demografische Wandel in Deutschland – Ein politisches Machtnarrativ?
| Referat: Der Fachkräftemangel vor dem Hintergrund des demografischen Wandels
Altern und soziale Innovation (Seminar)
| Referat: Herausforderung Altern – Der demografische Wandel und seine Folgen


 

Weiterführende Literatur zum Thema: 

  • Brenke, Karl (2010): Fachkräftemangel kurzfristig noch nicht in Sicht. In: Wochenbericht des DIW 46/2010.
  • Bundesagentur für Arbeit (2011a): Perspektive 2025: Fachkräfte für Deutschland. Nürnberg
  • Bundesagentur für Arbeit (2011b): Hintergrundinformation – Aktuelle Fachkräfteengpässe.
  • Fassmann, Heinz (1997): Arbeitsmarktgeographie:  Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit im räumlichen Kontext. Teubner. Stuttgart.
  • Kolodziej, Daniela (2012): Fachkräftemangel in Deutschland. Statistiken, Studien und Strategien. Infobrief WD6 – 3010-189/11. Wissenschaftliche Dienste des Bundestages. Berlin
  • Statistische Ämter des Bundes und der Länder (2011): Demografischer Wandel in Deutschland. Heft 1. Bevölkerungs- und Haushaltsentwicklung in Bund und in den Ländern . Wiesbaden
  • Barlösius, Eva (2007): Die Demographisierung des Gesellschaftlichen. In: Barlösius, Eva; Schiek, Daniela (Hrsg.): Demographisierung des Gesellschaftlichen. Analysen und Debatten zur demographischen Zukunft Deutschlands. Wiesbaden: VS-Verlage für Sozialwissenschaften. S. 9- 34.
  • Bähr, Jürgen (2010): Bevölkerungsgeographie. 5. Auflage. Stuttgart: Ulmer (UTB).
  • Bosbach, Gerd (2006): Realität und medial Dramatisierung. In Berliner Debatte Initial 17 (3). S. 59 -66.
  • Bosbach, Gerd (2004): Demographische Entwicklung – nicht dramatisieren!, in Gewerkschaftliche Monatshefte 2/2004, S. 96-103.
  • Schmidt, Christoph M. (2013): Die demographische Herausforderung – ein aktueller Überblick. In: Hüther, Michael; Naegele, Gerhard (Hrsg.): Demografiepolitik. Herausforderungen und Handlungsfelder. Wiesbaden: Springer VS. S. 71-96.
  • Schmitz-Veltin, Ansgar (2009): Demografischer Wandel in Deutschland – Vielfalt der Regionen.In: Löwer, Markus, Gottwald; Marc (Hrsg.): Demografischer Wandel und Handlungsansätze in Stadt und Region. AAG Arbeitsberichte (40). Münster.S. 11-27

 

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