Komplexität – Gegenwart denken und verstehen?!

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Komplexität, Globalität, Kosmopolität, Glokalität, … ich könnte diese Liste noch mit zahlreichen weiteren „-täten“ fortführen sind Kennzeichen der modernen Welt. Alles und jeder steht in globaler Beziehung, alles ist vernetzt, alles kompliziert und schwer begreiflich.

Wie lässt sich diese Komplexität verstehen und begreifen. Bei iversity ist derzeit ein neuer MOOC gestartet, der sich mit diesem Themenkomplex auseinandersetzt: Thinking Complexity (by Dr. Cameron Guthrie). Er will erkunden, wie man diese Komplexität verstehen und analysieren kann. Der MOOC besteht aus kleinen Videoeinheiten, die gut aufbereitet und verständnlich dargestellt sind. Dadurch hat man Lust am Zuschauen und dem Absolvieren der Quizzes und Übungen.

Sketchnote_Thinking_Complexity

Meine persönliche Sketchnote von Kapitel 1

Komplexität und moderne Gesellschaften zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass in diesen vielfältige, verschiedene Elemente miteinander in Verbindung stehen und sich wechselseitig (reziprok) beeinflussen. Dadurch wird die Vorhersage dieser Elemente (Variablen) schwieriger und undurchschaubarer.

Wo ist die Komplexität versteckt? 

Warum können wir diese reziproken Wechselwirkungen im Alltag aber nicht verstehen, nicht entdecken und gänzlich begreifen?

Ganz einfach, weil wir das nicht gelernt haben. Menschen nehmen ihre Umwelt immer nur selektiv wahr und bilden dadurch mentale Modelle zum Begreifen der Wirklichkeit (hierzu sei das Buch: „Die soziale Konstruktion der Wirklichkeit von Berger und Luckmann empfohlen“ :-)). Zweitens werden wir im Rahmen des schulischen Kontextes dazu angehalten, Probleme zu analysieren, indem wir diese nicht in ihren Kontext einbetten und mögliche andere Einflussfaktoren erkennen, sondern einzelfallbezogen detailliert untersuchen. Später werden die Einzelerkenntnisse dann wieder zusammengefügt, aber Kontexte werden ausßen vor gelassen. Es muss daher in Zukunft ein Denken gefördert werden, dass diese reziproken Beziehungen zwischen Elementen herstellt und betrachtet.

Die Lösung liegt natürlich am Grunde des Eisbergs!! Wo auch sonst! 

Obwohl wir in der Regel bei Eisbergen immer irgendwie an die Titanic denken (und Kate Winselt und Leonardo DiCaprio) so die bietet die Metapher des Eisberges die Möglichkeit diese komplexen Strukturen zu erkennen (auch bei Freud und andere Autoren findet der Eisberg Anwendung) und zu verstehen. In der Regel ist nur 1/3 eines Eisberges über Wasser ersichtlich. 2/3 sind unter Wasser versteckt und für die Schifffahrt gefährlich.

Auf der Oberfläche sehen wir ein Ereignis (z. B. Titanic sinkt). Fragen wir nach den Ursachen, so können wir unter Einbezug einer Zeitkomponente (z. B. Gesunkene Schiffe aufgrund von Eisbergen 1900-1920) Muster und Verhaltensmäßigkeiten erkennen. Und Schließlich gehen wir auf den Grund des Eisberges und fragen nach dem WARUM. Das WARUM und dessen systematische Betrachtung (die 2/3) geben dann schließlich einen Einblick in das vernetzte System „Schiff sinken“ und die Variabeln, die einen Einfluss darauf haben.

Indem wir die Probleme definieren, können wir dadurch die „Systematische Geschichte des Problems Schiff sinken“ erzählen und dadurch Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Elementen herstellen. Dadurch wird das Problem greifbarer

Konsequenzen

Die Konsequenzen, welche sich aus der globalen Vernetzung auch für das Verständnis dieser Probleme ergeben zeigen sich darin, dass zunehmend neue Arten des Denkens gefordert werden. Man darf nun nicht mehr nur den Baum denken, sondern muss vielmehr die Einbettung des Baumes innerhalb des Waldes sehen (Forrest Thinking). Zur Lösung eines Problems, darf man sich nicht mehr nur auf ein Spezialgebiet verlassen, sondern muss unterschiedliche Lösungsansätze heran ziehen (horizontales Denken).

Denken darf sich in der Folge nicht nur auf eine individuelle Ebene beziehen, sondern muss verschiedenen Ebene zur Lösung eines Problemes einbeziehen. Will man Probleme lösen und Gesellschaft verändern, muss man an denjenigen Stellen ansetzen, an denen das System am beeinflusstbarsten ist. Hier könnten Ansatzpunkte zur Bewältigung der Probleme liegen und etwas verändern. Dabei darf man sich aber nicht ausschließlich auf die Quantitativen harten Fakten beziehen, sondern muss auch die soften, qualitativen Daten miteinbeziehen.

 

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