„Freie Arbeit“ um den Traumjob zu finden?

Standard

Heute habe ich mir das E-Book „Recession Proof Graduate – How to Land the Job you Want By Doing Free Work“ von Charlie Hoehn durchgelesen und fasse es mal kurz zusammen:

Hoehn stand wie die meisten Universitätsabsolventen vor dem Problem einen Job zu finden. Er wollte aber nicht nur irgendeinen Job, sondern einen Job der zu ihm passt und weiterbringt. Er versuchte die gängigen Methoden (Monster, Indeed, …) um an einen solchen Job zu kommen. Er scheiterte.

Statt also auf den klassischen Wegen der Jobsuche, wie schon alle Leute vor ihm, zu bleiben und „irgendwelche Jobs“ zu ergattern, die zwar Geld bringen, aber frustrieren und sinnlos sind, schlägt er vor selber aktiv zu werden und einen ungewöhnlichen Weg zu gehen. 

Man arbeitet zunächst einmal gratis für einen bestimmten Zeitraum bei einem Wunschbranche, einem Wunschunternehmen oder bei einer bestimmte Person. Man arbeitet also nicht im eigentlichen Sinn, sondern beschäftigt sich, weil man sich das Gebiet selbst aussucht, mit einem Thema das einen interessiert – man arbeitet nicht, sondern lernt. So lernt man Neues, kommt aber auch in Kontakt zu Unternehmern und anderen Menschen (Netzwerke), die einen weiterbringen.

I’d like to believe, however, that all of us want to work on things we genuinely care about and live a life that isn’t being held back by a job we hate, right?
We all want to wake up excited for what weʼre about to work on, and
go to sleep at the end of the day with a sense of pride and
accomplishment…“ ( Charlie Hoehn)

Vorteile von Free Work

Die Vorteile von Free Work liegen damit klar auf der Hand. Man kann sich selbst aussuchen, was, wo und wie man arbeiten möchte und man erhält die Möglichkeit, seinen Arbeitswert unter Beweis zu stellen (ein purer Uniabschluss reicht da nicht).

Damit dies jedoch erfolgreich sein kann, sollte die „freie Arbeit“ virtuell und direkt erfolgen. Denn so kann auf die „freie Arbeit“ ein direktes Feedback erfolgen und der Auftraggeber sieht einen nicht als Zeitverschwendung an. Denn man ist ja persönlich nicht anwesend und niemand muss sich mit einem beschäftigen. Der zweite Vorteil der freien Arbeit liegt darin, dass von einem keine besonders großen Leistungen erwartet werden, da man ja frei arbeit (und man nur unterstützend tätig ist). So gesehen kann mit einer großen Leistung punkten, und falls man diese nicht erfüllt, hat man nichts verloren. Man hat nur eine persönliche Lernerfahrung gemacht und weiß dadurch wiederum mehr über sich selbst.

 

Sobald man feststellt (und einen guten Eindruck hinterlässt), kann man die freie Arbeit jederzeit auch wieder beenden und sofern man einen guten Eindruck hinterlassen, will man evtl. weiter beschäftigt werden und dafür dann aber bezahlen lassen.

 

Um „Free Work“ aktiv umzusetzen und damit erfolgreich zu werden, schlägt Hoehn folgenden Fahrplan vor:

  1. Aufhören nur für einen Gehaltsscheck zu arbeiten
  2. Auswählen einiger Wunscharbeitsgebiete (und einiger Menschen mit denen man gerne arbeiten würde)
  3. Fähigkeiten erwerben die selten sind und gebraucht werden (MS Office zählt nicht)
  4. Eine eigene Online Präsenz aufbauen („you will be googled“)
  5. Einen Weg finden um Rechnungen zu zahlen / Kosten einzusparen (ggf. über die Aufnahme einen Teilzeitjobs um in der restlichen Zeit „free“ zu arbeiten)
  6. Wunscharbeitsziele finden, gratis arbeiten und so langsam dem Wunschjob annähern und diesen erreichen
  7. Übergehen zu bezahlter Arbeit

(Charlie Hoehn)

Doch um diesen Weg zu verfolgen und einen Job zu erhalten, der zu einem passt und außerhalb der Norm stattfindet, muss man sich im Klaren sein, welchen Lebensstil bzw. Lifestyle man für sein Leben haben will:

„The real challenge, I think, is finding out what kind of lifestyle you want to create in addition to what fields you are genuinely interested in.“ (Charlie Hoehn)

Der Beruf bzw. die Tätigkeit die man ausüben will, muss damit auch mit den Vorstellungen zum Wunschberuf übereinstimmen, nur so kann man schließlich erfolgreich sein.

Fazit:

Insgesamt verfolgt Hoehn mit seinem Ansatz, ein interessantes und spannendes Konzept. Man folgt seinen Interessen und beginnt diese aktiv durch die Mitarbeit an verschiedenen Projekten kontinuierlich zu verbessern, zu erweiteren und zugleich ein Netzwerk an interessanten Personen aufzubauen, die man auch thematisch unterstützt.

Allerdings kann man an diesem Ansatz sehen, dass er sehr stark auf amerikanische Verhältnisse und Strukturen zugeschnitten ist, da die formale Qualifkation (im Gegensatz zu Deutschland) dort eher einen geringeren Stellenwert hat. Man müsste das für Deutschland einfach mal ausprobieren, ob diese Ansatz (unabhängig von Praktika, Hospitanzen) auch für Deutschland tauglich ist. In Deutschland findet die Mitarbeit an Projekten meistens ja in irgendwelcher Form in vertraglicher, rechtlicher Form statt. Sodass der Wunsch an einem Projekt mitzuarbeiten, ohne Vertrag eher schwieriger umzusetzen sein dürfte. Aber es ist nicht gänzlich ausgeschlossen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s